Kalthopfung im Aufwärtstrend

Das unkonventionelle Brauverfahren verspricht viel

Kalthopfung ist aktuell in aller Munde, wenngleich auch nicht jedem bewusst.

Kalthopfung ist aktuell in aller Munde, wenngleich auch nicht jedem bewusst. Denn wer gerne Biere wie Indian Pale Ales genießt, kommt direkt in Berührung mit diesem alten neuen Braustil. Der Trend der Craft Beers, der auch vor Deutschland kein Halt macht, trägt dieses bestimmte Brauverfahren langsam aber sicher zu uns.
Die Kalthopfung ist ein Verfahren, bei dem das Bier nach dem Gärprozess zusätzlich gehopft wird. Dieser Schritt, auch Hopfenstopfen genannt, fügt dem Bier nachträglich noch Hopfenaromen hinzu.

Dieses Prinzip ist jedoch keine bahnbrechende, neue Erfindung. Einen deutlichen Aufwärtstrend machte die Kalthopfung in den letzten 25 Jahren in den USA. Dort ansässige Craft Beer Brauer entdeckten den eigentlichen bereits bekannten Braustil wieder. Man möchte durch die zusätzlich hinzugefügten Aromen und Bitterstoffe eine klare Abgrenzung zum handelsüblichen Industriebier schaffen und das Bier so aufwerten. Auch englische Brauer wenden das Hopfenstopfen an. Deutsche Brauereien zögerten zunächst aus einem ganz einfachen Grund: Unklar war zunächst, ob der zusätzliche Schritt im Brauprozess dem Reinheitsgebot widerspricht. Diese Unklarheiten sind nun seit einiger Zeit vom Tisch und so widmen sich auch deutsche Brauer dem Trend.

Mit wachsender Bekanntheit entwickelten sich verschiedene Methoden zur Kalthopfung. Allen gemein ist jedoch ein einfacher Grundsatz. Das Verfahren ähnelt vereinfacht dem Tee-Prinzip, nur dass eben Hopfen zum Einsatz kommt. Dieser soll zusätzliche Aromen und Bitterstoffe an das Bier abgeben. Bei manchen Kalthopfungsmethoden werden die Hopfendolden in engmaschigen Netzen dem Bier temporär zugefügt. Bei anderen kommen große Siebe zum Einsatz und wieder andere verwenden Tanks mit Hopfenpallets, durch die das Bier zirkulierend gepumpt wird. Die technische Entwicklung ist in diesem Gebiet noch durchaus im Wandel und ausbaufähig.

Ebenfalls an den Anfängen steht das brauwissenschaftliche Identifizieren der Aromastoffe, die durch das Hopfenstopfen entstehen können. Manche typische und klassische Aromen ziehen sich in kaltgehopften Bieren zurück und andere treten nun deutlicher in den Vordergrund. Da der geschmackliche Einfluss des Hopfens nun viel direkter und intensiver ist, als bei konventionellen Brauverfahren, spielt die Wahl der Hopfensorte eine noch wichtigere Rolle. Diese Vielfalt im Geschmack, je nach Hopfen, ist das größte Potenzial der Kalthopfung, weshalb man mehr als sicher sein kann, nicht das letzte Mal von ihr gehört zu haben. Hier wird noch viel getestet, experimentiert und gekostet.

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